Microsoft FrontPage

Frontpage Logo

Mehr als 6 Jahre lang war Microsoft FrontPage ein wichtiges Tool, dass Laien eine einfache Möglichkeit gab, eigene Websites, Blogs oder auch Onlineshops zu erstellen. Mit einer Oberfläche, die sehr einfach und intuitiv zu bedienen ist, können auch wenig versierte Benutzer interaktive Elemente in ihre Seiten einbinden. FrontPage erreichte dies durch eine Kombination aus einem WYSIWYG-Editor, einem HTML-Editor und serverseitigem Scripting.


FrontPage gab den Anwendern erstmals die Möglichkeit, sich einfach im Web zu präsentieren. Seine Benutzeroberfläche war so einfache und gut, um eine respektable Website zu entwickeln und online zu stellen. Mit der Codeansicht, die aber erst späteren Versionen hinzugefügt wurde, bekamen die Anwender noch mehr Flexibilität. Ohne weiteres technisches Know-how konnte man nun Counter, Gästebücher oder Formulare integrieren. Das war zuvor nur durch umständliches Suchen und Kopieren im Netz oder per Hand geformten Code möglich

Eine kurze Geschichte

Entwickelt und publiziert wurde FrontPage in den 1990 Jahren durch Vermeer Technologies Inc. (versierten Anwendern wird das das Präfix „VTI“ der FrontPage-Konfigurationsdateien erklären – eine Hommage an die Entwickler.) 1996 kaufte Microsoft die Software auf und veröffentlichte kurz darauf eine eigene Version. Nochmal zwei Jahre später gab es eine Version mit reduzierter Benutzeroberfläche, FrontPage Express. Diese wurde mit dem damaligen Internetexplorer 4.0 und 5.0 vertrieben. Mangels Erfolg aber recht schnell wieder eingestellt.

FrontPage wurde dann zum Teil des Paketes MS-Office 2000 und MS-Office XP. Eine endgültige Version kam mit Version 2003 auf dem Markt. Microsoft löste den Editor jedoch aus dem Office Paket. Ein großer Fehler, den nun mussten Anwender, die das Office-Paket benutzten, FrontPage separat dazu kaufen.

Wie FrontPage in Ungnade gefallen ist

Als Editor ausschließlich für den Microsoft Internetexplorer entwickelt, konnten Inhalte, die mit FrontPage entwickelt wurden, auch nur im Internetexplorer dargestellt werden. Grund dafür waren die Servererweiterungen. Das bedeutete auch, dass Webseiten und Webprojekte, die mit FrontPage erstellt wurden und Servererweiterungen nutzten auch nur auf Servern gehostet werden konnten, die diese Servererweiterungen bereitstellten.

Bei den Hostern waren die Servererweiterungen nicht beliebt. Alte Software musste mit neuer Software kompatibel gemacht werden, auch die Hardware musste angepasst werden. Mit den Jahren sind immer weniger Hoster am Markt, die die Servererweiterungen anboten.

FrontPage und das Web

Konkurrenz belebt das Geschäft und neben dem Internetexplorer eroberten andere Browser den Markt. FrontPage aber war auf dem Internetexplorer abgestimmt. Webseiten, die mit dem Microsoft Editor erstellt wurden, konnten in alternativen Browsern nicht oder nicht richtig dargestellt werden. Neue Techniken, neue Browser und Entkopplung aus dem Office-Paket waren dann wohl das Todesurteil:

Historie
  • FrontPage ist zunächst nur als Windows Anwendung entwickelt worden. Es gab zwar eine Version für den Macintosh, die jedoch keinerlei Rolle spielte. Anwender, die den Mac nutzten, waren eher Produkten wie Dreamweaver zugetan und er spielte hier nicht mal eine untergeordnete Rolle.
  • Mit der sparsamen Kompatibilität zu anderen Plattformen schaufelte sich FrontPage sein eigenes Grab. WebDAV bietet vergleichbare und in Summe bessere sowie weiterentwickelte Funktionen als die FrontPage-Servererweiterungen. WebDAV findet sich zudem auf so ziemlich jeden Webhosting-Paket wieder. Somit konnten Webhoster sich von der veralteten Technik verabschieden und Entwickler griffen auf die besseren Funktionen zu.
  • FrontPage erzeugte einen Code, der nicht übergreifend genutzt werden konnte. Versierte Surfer waren schnell in der Lage auf die Verzeichnisse oder Dateien zuzugreifen, da es keine oder kaum Sicherheiten gab.
  • Nach dem Microsoft das Ende von FrontPage und den Servererweiterungen beschlossen hatte, wäre es sicher sinnvoll gewesen, beide Produkte kostenlos anzubieten. Da das nicht geschah verschwand FrontPage sehr schnell aus der Betrachtung. 

Für die Serverhoster endete im April 2009 der Support. Der erweiterte Support 5 Jahre später, im April 2014. Die Anbieter von Webhosting die die Servererweiterungen zu dieser Zeit noch anboten, spielten mit dem Feuer. Verantwortungsvolle Administratoren löschten daher die Microsoft Servererweiterungen

Was kam danach?

Mit dem SharePoint Designer hauchte Microsoft in 2010 der Idee des alten Editor neues Leben ein. Einschränkungen, dass mit SharePoint Designer entwickelte Inhalte auch wieder nur auf einen SharePoint-Server benutzt werden können. Ältere Versionen von SharePoint Designer 2007 arbeiteten hingegen als eigenständige HTML-Editoren. Als direkter Nachfolger für eine integrierte Entwicklungsumgebung kam Microsoft Expression Web als Teil der Produktfamilie Microsoft Expression auf dem Markt. Expression Web konnte sich am Markt nicht durchsetzen und verschwand 2012. Anders als FrontPage bietet Microsoft Expression Web noch als kostenlose Version zum Download an. Eine Möglichkeit Microsoft Expression Web 4 downzuloden ist bei heise.de -> Download Microsoft Expression Web
Für alternative HTML-Editoren schu Dir einfach den Bericht hier an: Alternative HTML-Editoren

Zusammenfassung

Microsoft FrontPage spielte eine wichtige Rolle bei der Verbreitung des Website-Designs. Aber die Software ist jetzt veraltet und nur wenige Hosts bieten sie an. Wenn Sie ein modernes Äquivalent benötigen, migrieren Sie Ihre Site zu einem dedizierten Anbieter von Site-Builder-Tools oder wählen Sie einen günstigen Shared-Hosting-Plan mit einer Site-Builder-Option. Ihre Website sieht nicht nur besser aus, sondern ist auch sicherer.

Das könnte dich auch interessieren …